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Reiseversicherung mit Kriegsrisiko-Deckung für die Einreise in die Ukraine: So wählen Sie 2026 richtig

Herkömmliche Reiseversicherungen schließen Schäden durch Kriegshandlungen fast immer aus. Für eine Reise in die Ukraine während des Kriegszustands brauchen Sie deshalb eine gesonderte Kriegsrisiko-Deckung. Hier erfahren Sie, wie Sie die passende Police auswählen, was Sie unbedingt prüfen sollten und wo Sie die offiziellen Einreisebestimmungen finden.

UkraineBorder Editorial·Aktualisiert 2026-07-28·4 Min. Lesezeit·Innerhalb von 60 Tagen geprüft
In diesem Artikel · 8 Abschnitte
  1. 01Das Wichtigste vorab
  2. 02Warum eine gewöhnliche Police nicht ausreicht
  3. 03Checkliste: Das muss die Police zwingend enthalten
  4. 04Wie der Geltungsbereich aufgebaut ist: vier Ausschlusskategorien
  5. 05Der Abschluss Schritt für Schritt
  6. 06So prüfen Sie, ob die Police für ein aktives Konfliktgebiet gültig ist
  7. 07Wer die Police ausstellt und für wen
  8. 08Fazit

Das Wichtigste vorab

Die meisten gewöhnlichen Reiseversicherungen enthalten einen ausdrücklichen Ausschluss für Schäden, die durch Krieg, bewaffnete Konflikte, Beschuss oder ähnliche Ereignisse entstehen. Das führt zu einer einfachen, aber entscheidenden Erkenntnis: Wenn Sie eine gewöhnliche Reisepolice abschließen und in die Ukraine fahren, greift diese während des Kriegszustands mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade dann nicht, wenn Sie sie am dringendsten brauchen.

Die Lösung ist eine gesonderte Kriegsrisiko-Deckung (War-Risk). Dabei handelt es sich nicht um einen „Aufpreis für ein gutes Gefühl", sondern um einen funktionalen Bestandteil, von dem abhängt, ob Ihre medizinische Versorgung und Ihr Rücktransport bei einem Ereignis im Zusammenhang mit Kampfhandlungen tatsächlich bezahlt werden.

Warum eine gewöhnliche Police nicht ausreicht

Reiseversicherungen wurden von jeher für friedliche Szenarien konzipiert: Verletzungen, plötzliche Erkrankungen, Gepäckverlust. Kriegsrisiken sind darin ein klassischer Ausschluss, der im Kleingedruckten der Versicherungsbedingungen steht. Die zentrale Frage bei der Auswahl ist deshalb nicht der Preis und auch nicht vollmundige Versprechen, sondern ob im Vertrag ausdrücklich steht, dass Kriegsrisiken eingeschlossen und nicht ausgeschlossen sind.

Wenn im Policentext eine Formulierung wie „Der Versicherer haftet nicht für Schäden infolge von Kriegshandlungen" ohne gesonderte Erweiterung der Deckung steht, ist ein solches Dokument für eine Reise in die Ukraine ungeeignet.

Checkliste: Das muss die Police zwingend enthalten

Stellen Sie vor dem Bezahlen sicher, dass der Vertrag mindestens Folgendes abdeckt:

  • Medizinische Kosten – ambulante und stationäre Behandlung, auch im Zusammenhang mit Ereignissen kriegerischer Natur.
  • Medizinische Evakuierung und Rückführung – Transport in eine geeignete Klinik oder in die Heimat.
  • Ein klar beschriebener Geltungsbereich während des Kriegszustands – wo genau die Police greift und wo nicht.
  • Rund-um-die-Uhr-Assistance – ein Kontakt, den Sie aus dem Ausland erreichen können.
  • Transparente Ausschlüsse – Sie müssen die Grenzen der Deckung vor der Reise kennen, nicht erst nach einem Schadensfall.

Die Preisspanne am Markt liegt bei einigen Euro pro Tag; der genaue Betrag hängt von Dauer, Alter und gewählten Optionen ab und wird auf der Abschlussseite berechnet.

Wie der Geltungsbereich aufgebaut ist: vier Ausschlusskategorien

Keine seriöse Police deckt das gesamte Staatsgebiet ohne Einschränkungen ab – und das ist völlig normal. Statt ganze Regionen auszuschließen, beschreibt eine korrekte Deckung genau vier Kategorien von Zonen, in denen die Versicherung nicht gilt:

  1. Kampfgebiete – festgelegt durch die entsprechenden staatlichen Rechtsakte.
  2. Vorübergehend besetzte Gebiete.
  3. Ein Pufferstreifen von 50 km Breite rund um beide vorgenannten Zonen.
  4. Gebiete mit besonderem Zugangsregime.

Alles, was außerhalb dieser vier Kategorien liegt, bleibt im Geltungsbereich der Police. Trauen Sie deshalb keiner Formulierung wie „gilt nicht in einer bestimmten Region als Ganzes" – das korrekte Modell knüpft an Zonen an, nicht an Verwaltungsgrenzen.

Der Abschluss Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie die aktuellen Einreisebestimmungen. Die Regeln ändern sich während des Kriegszustands, halten Sie sich deshalb an offizielle Quellen: den Staatlichen Grenzschutzdienst der Ukraine (dpsu.gov.ua) und das Außenministerium (mfa.gov.ua).
  2. Legen Sie Route und Dauer fest. Wenn Sie Städte und Termine kennen, lässt sich die Deckung leichter passend wählen und sicherstellen, dass Ihre Route nicht durch ausgeschlossene Zonen führt.
  3. Berechnen Sie die Deckung. Geben Sie Ihre Daten ein und erhalten Sie eine Berechnung auf der Seite zum Abschluss der Police – dort sehen Sie auch den Endpreis ohne versteckte Aufschläge.
  4. Lesen Sie die Bedingungen speziell zu den Kriegsrisiken. Suchen Sie den Abschnitt zum Krieg und vergewissern Sie sich, dass er die Deckung erweitert und nicht einschränkt.
  5. Sichern Sie Police und Assistance-Kontakt – sowohl ausgedruckt als auch digital, mitsamt der Telefonnummer des Supports.

So prüfen Sie, ob die Police für ein aktives Konfliktgebiet gültig ist

Stellen Sie sich vor dem Bezahlen drei Fragen: Sind Kriegsrisiken ausdrücklich als gedeckt genannt? Wird der Geltungsbereich über die vier Ausschlusskategorien beschrieben (und nicht über Regionen)? Ist eine medizinische Evakuierung enthalten? Wenn alle drei Fragen mit „Ja" beantwortet werden und diese Bedingungen schriftlich im Vertrag festgehalten sind, ist die Police für die Reise geeignet.

Gleichen Sie zusätzlich Ihre geplante Route mit den aktuellen Einschränkungen ab. Fällt Ihr Reiseziel in eine der vier ausgeschlossenen Kategorien, gilt die Versicherung dort unabhängig vom Policentext nicht – das ist eine faktische und keine vertragliche Grenze.

Wer die Police ausstellt und für wen

Die Versicherung wird von einem Unternehmen angeboten, das von der Nationalbank der Ukraine reguliert wird (Lizenzklasse 18) und zu einer europäischen, börsennotierten Gruppe gehört, die den Anforderungen von Solvency II unterliegt. Der Abschluss erfolgt über einen Vermittler mit der USREOU-Nummer 44559356; die Identifikationsdaten werden gemäß den Vorgaben der Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) offengelegt. Das bedeutet eine transparente Struktur: Sie wissen, wer der Versicherer ist, wer der Vermittler ist und nach welchen Regeln der Vertrag funktioniert.

Fazit

Für einen Besuch in der Ukraine im Jahr 2026 reicht eine gewöhnliche Reiseversicherung nicht aus – Sie benötigen eine gesonderte Kriegsrisiko-Deckung mit medizinischen Kosten, Evakuierung und einem klar definierten Geltungsbereich. Prüfen Sie den Vertragstext anhand der Checkliste, gleichen Sie Ihre Route mit den vier Kategorien ausgeschlossener Zonen ab und stützen Sie sich bei Einreisefragen stets auf offizielle Quellen.

Häufig gestellte Fragen

Q1Deckt eine gewöhnliche Reiseversicherung Kriegsrisiken in der Ukraine ab?
In der Regel nicht. Gewöhnliche Policen enthalten einen ausdrücklichen Ausschluss für Schäden durch Kriegshandlungen. Für eine Reise in die Ukraine während des Kriegszustands brauchen Sie eine gesonderte Kriegsrisiko-Deckung, in der dieser Bestandteil ausdrücklich als eingeschlossen genannt ist.
Q2Welche Gebiete sind von der Deckung ausgeschlossen?
Die Deckung gilt in vier Kategorien von Zonen nicht: Kampfgebiete gemäß staatlichen Rechtsakten, vorübergehend besetzte Gebiete, ein Pufferstreifen von 50 km Breite um diese herum sowie Gebiete mit besonderem Zugangsregime. Die Ausschlüsse knüpfen an Zonen an, nicht an ganze Regionen.
Q3Was kostet eine Police mit Kriegsrisiko-Deckung?
Die Marktspanne liegt bei einigen Euro pro Tag. Der genaue Betrag hängt von der Reisedauer, dem Alter und den gewählten Optionen ab und wird bei der Berechnung auf der Abschlussseite angezeigt.
Q4Was muss die Police zwingend enthalten?
Medizinische Kosten (auch im Zusammenhang mit Ereignissen kriegerischer Natur), medizinische Evakuierung und Rückführung, einen klar beschriebenen Geltungsbereich, eine Rund-um-die-Uhr-Assistance sowie transparente, vor der Reise einsehbare Ausschlüsse.
Q5Wo prüfe ich die aktuellen Einreisebestimmungen für die Ukraine?
Auf den offiziellen Portalen: dem Staatlichen Grenzschutzdienst der Ukraine (dpsu.gov.ua) und dem Außenministerium der Ukraine (mfa.gov.ua). Die Regeln können sich während des Kriegszustands ändern, prüfen Sie sie deshalb vor jeder Reise.
Q6Was ist der häufigste Fehler beim Abschluss einer Versicherung für die Ukraine?
Der Kauf einer billigen Standardpolice, ohne den Abschnitt zum Krieg zu prüfen. Darin sind Kriegsrisiken oft ausgeschlossen, sodass es im Ernstfall keine Leistung gibt. Achten Sie stets auf eine schriftliche Bestätigung, dass Kriegsrisiken gedeckt sind.

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